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Nahverkehr weitet Angebot passgenau aus

Zum Schulbeginn am 23. April stockt das Verkehrsunternehmen Busse und Bahnen in Dortmund gezielt auf. DSW21 appelliert zudem nachdrücklich an die Eigenverantwortung der Fahrgäste und empfiehlt das Tragen von Mund-/Nasenbedeckungen.
UPDATE: Ab Montag, 27. April ist das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung im Nahverkehr in ganz NRW Pflicht.

Die Vorbereitungen für die schrittweise Wiederaufnahme des Schulunterrichts laufen auf Hochtouren. DSW21 wird sein Angebot bei Bussen und Bahnen in einem ersten Schritt ab Donnerstag, 23. April, durch zusätzliche Fahrzeuge im Stadtbahn- und Busbereich ausweiten. An diesem Tag kehren Berufsschüler*innen, Schüler*innen der Abschlussklassen an weiterführenden Schulen und – auf freiwilliger Basis – der aktuelle Abitur-Jahrgang nach fünfwöchiger Corona-Pause an die Schulen zurück.

Vorteil DSW21: Während andere Verkehrsunternehmen ihr Angebot in der Corona-Krise auf 75 bis 50 Prozent reduziert haben und jetzt wieder deutlich hochfahren müssen, bedient DSW21 durchgängig rund 97 Prozent des normalen Fahrplans. „Wir haben“, sagt Vorstandsvorsitzender Guntram Pehlke, „in den vergangenen Wochen hohe Kapazitäten geschaffen, um unseren Fahrgästen viel Platz in den Fahrzeugen zu bieten.“

Nachjustierung möglich – enger Austausch mit Stadt und Krisenstab

Die Zahl der Schüler*innen, die am Donnerstag/Freitag dieser Woche mit Bussen und Bahnen zur Schule fahren, ist zunächst noch überschaubar. DSW21 wird folgende Maßnahmen umsetzen: Zusätzliche Bahnen fahren insbesondere auf den Stadtbahnlinien U45 und U49 in Richtung Fredenbaum, Hafen und Hacheney. Zudem werden höhere Kapazitäten auf der U43 angeboten. Im Busbereich werden zum Schulbeginn um 8 Uhr auf speziellen Verbindungen insgesamt zwölf E-Wagen eingesetzt.

DSW21 wird das Fahrgastaufkommen an diesen beiden Tagen sehr genau beobachten. Mit Blick auf eine weitere Öffnung des Schulbetriebs zum 4. Mai werden entsprechende Konzepte erarbeitet und im engen Austausch mit der Stadt Dortmund und dem Corona-Krisenstab abgestimmt.

Kapazitäten haben Grenzen

„Man muss allerdings auch deutlich sagen, dass unsere Kapazitäten Grenzen haben“, sagt DSW21-Vorstand Guntram Pehlke. „Je mehr der Schulbetrieb wieder hochgefahren wird und der Berufs- und Einkaufsverkehr zunimmt, desto höher wird die Auslastung unserer Fahrzeuge sein und desto geringer die Möglichkeit, in Bussen und Bahnen Abstand einzuhalten.“ Um den Mindestabstand zu gewährleisten, würden die Verkehrsunternehmen in Deutschland die fünf- bis sechsfache Menge an Fahrzeugen und Fahrpersonal benötigen (Schätzung des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen VDV). Für Dortmund würde das bedeuten: rund 850 statt 170 Busse und rund 4.500 statt 900 Fahrer*innen.

Eine strikte Zugangsregelung ist laut Pehlke nicht umsetzbar. „Das können unsere Fahrer*innen im Busbereich aus Zeit- und Sicherheitsgründen nicht leisten. Im Stadtbahnbereich ist es zudem technisch gar nicht möglich, da es dort keinen direkten Fahrgastkontakt gibt.“

Eigenverantwortung der Fahrgäste

DSW21 appelliert daher an die Eigenverantwortung der Fahrgäste, sich in Bussen und Bahnen so gut wie möglich zu verteilen und ggf. auf den nächsten Anschluss zu warten, wenn sie sehen, dass ein ankommender Bus oder eine einfahrende Bahn bereits gut gefüllt ist. Fahren Sie vorsichtshalber eine Fahrt früher! Ausdrücklich weist DSW21 auf das Gebot zum Tragen einer Mund-/Nasenbedeckung hin. Dazu können auch Halstücher und Schals verwendet werden. Ab Montag, 27. April, ist das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung in NRW Pflicht - für den Nahverkehr wie für den Einkauf.

Alle Fahrten sind in der elektronischen Fahrplanauskunft auf www.bus-und-bahn.de (bub.mobi) und in der DSW21-App zu finden.

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Hintergrund:

Mit der Corona-bedingten Schließung der Schulen zum 16. März hat DSW21 lediglich die 70 zusätzlichen Einsatzwagen aus dem Fahrplan genommen, die zu Schulzeiten benötigt werden, um die Spitzen im Schülerverkehr abzufedern. Zudem entfallen seither in den Nächten von Samstag auf Sonntag zwischen 1 und 4 Uhr die NachtExpress-Busse (NE).

Um die rund 900 Fahrer*innen bestmöglich vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen und so den Betrieb im ÖPNV langfristig zu sichern, hat DSW21 schon sehr früh Maßnahmen getroffen. Seit Mitte März ist der Vordereinstieg der Busse für Fahrgäste gesperrt und der Ticketverkauf in den Fahrzeugen eingestellt. Fahrgäste sind verpflichtet, Tickets an Automaten oder online zu kaufen. Zudem hat DSW21 in allen 170 Bussen die erste Sitzreihe hinter den Fahrer*innen mit Flatterband abgesperrt. Dadurch ist ein Mindestabstand zu den Fahrgästen von ca. 2 m gewährleistet. Diese Maßnahmen haben sich als äußerst effektiv erwiesen. Bis heute gibt es im Fahrdienst keine festgestellte Corona-Erkrankung. Der Krankenstand bei den Fahrer*innen ist aktuell sogar niedriger als sonst um diese Jahreszeit.