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Bier von hier am Hafenpier

Bier-Kultur und Vergnügen am Hafen

Sieben Bier und zwei Schnaps später sind wir schlauer. Das liegt aber nicht an der lösenden Wirkung des Alkohols, sondern an Ute Iserloh, die mit ihrem Unternehmen Kulturvergnügen jetzt auch die Bierroute im Dortmunder Hafen anbietet. Bier und Hafen – wie geht das denn zusammen? Vielleicht haben wir uns am frühen Abend diese Frage noch gestellt, jetzt um halb zehn abends kennen wir darauf eine Menge Antworten. Die Kulturreihe für Jedermann – buchbar über www.kulturvergnuegen.com – ist erlebbare Stadtgeschichte. Außerdem können alle Teilnehmer danach beim Hellen oder Dunklen gut »klugschwatzen« mit den Dingen, die sie nur hier so unmittelbar erfahren konnten.

Sieben Bier und zwei Schnaps später sind wir schlauer. Das liegt aber nicht an der lösenden Wirkung des Alkohols, sondern an Ute Iserloh, die mit ihrem Unternehmen Kulturvergnügen jetzt auch die Bierroute im Dortmunder Hafen anbietet. Bier und Hafen – wie geht das denn zusammen? Vielleicht haben wir uns am frühen Abend diese Frage noch gestellt, jetzt um halb zehn abends kennen wir darauf eine Menge Antworten. Die Kulturreihe für Jedermann – buchbar über www.kulturvergnuegen.com – ist erlebbare Stadtgeschichte. Außerdem können alle Teilnehmer danach beim Hellen oder Dunklen gut »klugschwatzen« mit den Dingen, die sie nur hier so unmittelbar erfahren konnten.

Aber von vorn: Zuerst war das Bier reine Frauensache. Denn es wurde gekocht und alles, was gekocht wird, war Frauensache. Im Dortmunder Rat war zudem festgelegt, dass die Braumeisterin der Stadt nur dann verurteilt werden durfte, wenn alle Ratsherren zugegen wären. Das war aber praktisch nie der Fall in dieser Hansestadt. Also genoss die Braumeisterin im frühen Mittelalter einen hohen Stand und wurde nur dann aus der Stadt gejagt, wenn ihre Grut – so der Name für das Bier, das noch jede Menge geheime Kräuter enthielt – mal ungenießbar war. 1293 erhielt Dortmund das Braurecht und das Grutbier wurde  ordentlich konsumiert. Die Fässer auf dem Hanseboot im Eingangsbereich des Alten Hafenamtes erzählen davon.

Das klassische Bier aus Dortmund in der Hochzeit der Bierstadt war das Export-Bier. Und auch in diesem Namen wird klar, dass der Hafen dabei eine gewichtige Rolle spielte. 1968 betrug der Export-Anteil am deutschen Bierumsatz 57 Prozent und das Pils aus Tschechien kam mal gerade auf 19 Prozent. Heute hat das Pils seinen Siegeszug längst hinter sich und kämpft gegen die Mischbiere oder die Weizen-Bier-Begeisterung. Dabei sollte gerade das Deutsche Reinheitsgebot mit der Betonung auf „Gerste“ den kostbaren Weizen für das Brotbacken übrig lassen. Der Gerstensaft wurde natürlich auch von den Stiftsfrauen in Dortmund und den Mönchen hergestellt, denn das Flüssige brach nicht die Fastengebote. So kam mancher Mönch auf sieben Liter Bier und Tag – was auch die stattliche Figur erklärt und die Mönchskutte als Bekleidung durchaus nachvollziehbar macht. Das berühmte Dortmunder Stößchen müsste eigentlich Schränkchen heißen. Denn zu der Zeit, als der Hauptbahnhof noch an der Münsterstraße lag, war die Schranke dort elf Stunden am Tag geschlossen. Der findige Wirt – ein Bauer – erinnerte sich an die Milchpumpe und erfand das schnell gezapfte Bierchen für die Wartenden. Bis heute ein Dortmunder Unikum und zudem eine schöne Transportgeschichte.

Diese und andere Geschichten erzählen Ute Iserloh und Oliver Stieglitz auf humorvolle Weise und lassen dazu deftige Kost und Biere reichen. Vom neuen, alten Bergmann-Bier über das Export bis zum Hövels reichen die großzügigen Proben, die auf den Etagen des Alten Hafenamtes bis hinauf ins Kaiserzimmer genossen werden. 38 € pro Person kostet der Abend, den viele Teilnehmer in der nahen Gastronomie ausklingen lassen. Bei schönem Wetter – also Glück statt Pech gehabt. Pech gehabt stammt übrigens von der Methode, die Bierfässer mit Pech auszukleiden, und war das Pech mal zu üppig im Fass, dann hatte der Schankwirt eben »Pech«. Prost!

Der Abschluss findet im Kaiserzimmer des Alten Hafenamtes statt. Etliche Biere und Geschichten müssen sacken.