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DEW baut Heizungsanlage für Flughafenneubau

Zentrale für Wärme, Kälte und Notstrom

Jeden Morgen fahren Dzafel, Nihad und Hajludin Kadic raus nach Wickede. Hier im Rohbau des neuen Flughafens ist ihr Arbeitsplatz. In dem 400 Meter langen Gebäude an der Wickeder Chaussee errichten sie die Heizungsanlage.

1,5 Millionen Passagiere sollen pro Jahr durch die glasüberdachte Abflughalle schreiten und dabei weder frieren noch schwitzen. Deshalb baut DEW zehn Meter unter dem Boden eine Zentrale für Kälte, Wärme, Kraft-Wärmekopplung und Notstrom. Zwei Niedertemperaturkessel versorgen die Heizkörper, die Fußbodenheizung, die Warmwasserbereitung und die Lüftungsanlage für die Zu- und Abgänge der Flugzeugfinger - vollautomatisch gesteuert über Außentemperaturfühler. Damit im Sommer niemand schwitzen muss, gibt es außerdem eine Kälteanlage mit 1.000 kW für Luftkühlung, Datenanlagen und die Kühlung der Flugzeuge. Transportiert wird das kalte Wasser durch Rohre, die mit aufgeschäumtem Glas isoliert wurden. Im Sommer wird das Gebäude über Nacht automatisch mit Außenluft gekühlt. Hierfür sorgen die Zuluft-Ventilatoren mit einer Leistung von 12.000 Kubikmetern pro Stunde, die im Winter auch die Luft für die Heizungen ansaugen.


Notstrom sofort

Zusätzlich zu Heizung und Kühlanlage besitzt die Energiezentrale zwei Blockheizkraftwerke (BHKW): Eins ist ausschließlich für Notstrom gedacht, der zweite Gasmotor dient auch zur Deckung der Grundlast (Strom für Büros und Abfertigung). Wird Notstrom benötigt, bringt so ein Motor allerdings nicht sofort die volle Leistung. Deshalb gibt es zur Überbrückung dieser Zeit zwei Batterieanlagen (USV: Unterbrechungsfreie Stromversorgung) für Tower und Terminal. Die Leistungen der USV sind für 2 bis 6 Minuten ausgelegt, dann übernehmen die Gasmotoren die Arbeit.
Die gesamte erdgasversorgte Anlage wird übrigens vom DEW-Kundendienst fernüberwacht und gesteuert. Und zwar so, dass von der eingesetzten Technik nach der Fertigstellung nur noch die Schornsteine mit den roten Hindernisfeuern wahrzunehmen sind. Und den Untergrund, wo heute die Kadic-Brüder Rohre verbinden, wird der Reisende nur noch als Tiefgarage für 1.350 Pkw's sehen.